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DER ANFANG DES KRANKENHAUSES

Der Anfang
Der Anfang
22. März 1412 – also vor knapp 600 Jahren: Auf Ansuchen des Rates und der Bürgerschaft von Kitzbühel erlaubt der damalige Landesherr, Herzog Stephan von Bayern, den Kitzbühelern den Bau eines Spitals samt einer Kirche. Das Gebäude wurde außerhalb der Stadtmauer an den Kirchenhügel angelehnt errichtet. Erst 1966 übersiedelte die Krankenanstalt in ein neues Gebäude an die heutige Stelle am Fuße des Sonnbergs.

Der Begriff Spital hatte vom Mittelalter bis ins 18. Jahrhundert eine andere Bedeutung als heute. In dieser Zeit konnte es sowohl ein Pilgerhospital als auch eine Anstalt für arme und alte Leute eines Ortes sein. Schon vor 1412 dürfte sich in Kitzbühel ein Spital befunden haben. Überliefert ist, dass der Stifter, Herzog Stephan von Bayern, auf eine Kapelle bestand, die dem Heiligen Geist geweiht wurde. Selbst die Gottesdienste wurden vom Herzog festgelegt: Sie durften von „niemand anders, denn einem gelernten Priester“ gelesen werden, „der selber da sei“.
So ganz reibungslos ging die Gründung nicht über die Bühne: Es kam zu einem Konflikt zwischen dem Inhaber der pfarrlichen Rechte in Kitzbühel, dem Pfarrer von St. Johann und der Bürgerschaft von Kitzbühel. Keiner der Beteiligten wollte auf das Recht verzichten, die Stelle des Spitalskaplans zu besetzen. Erst sieben Jahr später, am 12. November 1419, wurde Priester Christian Aufleger zum ersten Gottesmann der Spitalkirche bestellt.
200 Jahre nach der Errichtung wurde von 1614 bis 1617 ein großer Umbau vorgenommen. Ein bis zu diesem Zeitpunkt bestehendes Siechenhaus wurde in das Spital einbezogen. Bei der Gelegenheit wurde auch die Spitalkirche renoviert. 1751 wurde das Gebäude innen erneuert und mit einer neuen Fassade ausgestattet. Die Raumaufteilung mit einem durchgehenden Flur und links und rechts angelegten Zimmern deuten auf einen älteren Bau hin. Im 18. Jahrhundert lebten 20 Pfründner und zwölf arme Leute in dem Haus. Die Geburtsstunde als reines Krankenhaus schlug am 5. Dezember 1787, als überflüssige Pfründner entlassen wurden, um für die Kranken Platz zu schaffen. Die ersten Statistiken wurden angelegt: Zwischen 1823 und 1838 litten von 33 Pfründnern vier an Geistesschwäche, drei an unheilbarem Wahnsinn, vier an Fallsucht, sechs an Kretine sowie je zwei an Lähmung, Unterleibsbrüchen, Gebärmutterleiden, Leberverhärtung und einer an Blasenhämorrhoiden. Sieben Personen wurde Altersschwäche attestiert.
In den Jahren 1836/37 musste die Spitalkirche einem Straßenbau weichen, sie erstand als schmaler, rechteckiger Bau. Aus dieser Zeit stammt noch der Altar sowie mehrere Heiligenbilder.
alte zeichnungen
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Heiligenbild
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Überlieferung
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Altar
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